03 Feb
2020

Arbeitsprogramm
AMS OÖ 2020

151,8 Mio Euro Förderbudget

Im Jänner präsentierte das AMS OÖ sein Arbeitsprogramm und Förderbudget für 2020, Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer (AMS OÖ), Thomas Mayr-Stockinger (WK OÖ) und Rudolf Moser (AK OÖ) präsentierten die Details und Schwerpunkte.

AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer (Bild: AMS OÖ)
  • Fokus auf Qualifizierung und Vermittlungsunterstützung
  • Förderbudget von € 151,8 Mio.

»Der Arbeitsmarkt wird sich heuer herausfordernd gestalten«, betont AMS‐Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer. »Als Industriebundesland spüren wir in Oberösterreich besonders
deutlich konjunkturelle Veränderungen. Jedoch sind wir optimistisch, dass es nur zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen wird – bei einem weiter moderaten Anstieg
der Beschäftigung.«

Um die Chancen zur Aufnahme einer Arbeit zu erhöhen, bietet das AMS OÖ Unterstützung auf vielfältige Weise – etwa in Form von Jobbörsen, Arbeitserprobungen, Vorstell‐, Entfernungs‐ und Eingliederungsbeihilfen sowie Weiterbildungen. Dabei gibt es folgende Neuerungen:

  • Um die Zahl der Jobbörsen steigern zu können, wurden zwei Mitarbeiterinnen zur Planung und Umsetzung abgestellt.
  • Die Eingliederungsbeihilfe wird v.a. bei der Einstellung von über 55‐Jährigen und Langzeitarbeitslosen gewährt.
  • Zur Forcierung der Arbeitserprobung startet das AMS OÖ eine Infokampagne. Möglichst viele Unternehmen sollen diese Möglichkeit nutzen.
  • Im Qualifizierungsbereich werden die Ausgaben für das Fachkräftestipendium deutlich ausgeweitet.

»Eingliederungsbeihilfe und Arbeitserprobung führen in zwei Drittel bzw. 60% der Fälle zu einer längerfristigen Beschäftigung«, berichtet Straßer. »Im vergangenen Jahr haben wir 5.200 Eingliederungsbeihilfen gewährt und 4.000 Arbeitserprobungen organisiert.«

Förderbudget 2020

Thomas Mayr-Stockinger von der WK OÖ meint, dass aufgrund des Missmatch von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkte jeder Ausbildung im Betrieb vor „allgemeinen Weiterbildungen“ der Vorzug zu geben ist. Er sieht in kompakten Schnellausbildungen oder einer arbeitsplatznahen und geförderten Ausbildung im Betrieb (AQUA) erfolgversprechende Maßnahmen. Die vom AMS angestiegenen Sanktionen für Arbeitslose begrüßt er und fordert verstärkte überregionale Vermittlung über Bezirks- bzw. Bundesländergrenzen hinaus sowie eine weitere Stärkung des Service für Unternehmen (SfU).

Naturgemäß anders sieht das Rudolf Moser von der AK OÖ. Er lehnt die aktuelle Debatte zu einer Verschärfung der AMS-Sanktionen ist ab, besonders weil AMS-Leistungen
Versicherungsleistungen sind und Arbeitnehmer*innen über einen längeren Zeitraum Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hätten. Dieser Versicherungsschutz dürfe nicht aufgeweicht werden. Im Jahr 2018 wurden vom AMS OÖ rund 17.600 „Sanktions-Bescheide“ erlassen. Die Spannweite reicht vom Nichteinhalten eines Meldetermins über die Selbstlösung eines Arbeitsverhältnisses bis zur sogenannten „Arbeitsunwilligkeit“. Letztere betraf lediglich drei Prozent der Arbeitslosen (gemessen am Zugang). Es brauche nicht mehr Druck, sondern mehr Unterstützung für die Betroffenen.

AMS Presseunterlage

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