26 Jun
2017

Beschäftigung für
suchtkranke Menschen

Niederschwelliges Angebot von pro mente OÖ 

Bild Startseite: Land OÖ/Stinglmayr

Das Thema suchtkranker Menschen, die sich verstärkt in den städtischen Parkanlagen aufhalten, beherrscht immer wieder die öffentliche Debatte. Neben städtebaulichen Lösungsansätzen und sicherheitspolitischen Überlegungen ist es notwendig, suchtkranken Menschen Hilfe zu geben. pro mente OÖ bietet seit Juni 2017 am Standort Südtirolerstraße eine niederschwellige Beschäftigungsmöglichkeit für suchtkranke Menschen an. Landeskorrespondenz OÖ

Damit ist es möglich, den Alltag mit sinnstiftenden Tätigkeiten zu strukturieren. Die TeilnehmerInnen können ihre beruflichen Qualifikationen stärken bzw. sich auf höherschwellige Angebote des AMS vorbereiten. Sie bietet Schutz vor Isolation, Vereinsamung und sozialer Ausgrenzung und schafft eine attraktive Alternative zum Aufenthalt im öffentlichen Raum.

Leistungen

  • Kontaktphase im öffentlichen Raum
  • Arbeitsplätze in der Küche und am Mittagstisch
  • sowie bei diversen künstlerischen und handwerklichen Tätigkeiten von pro mente OÖ am Standort
    Südtirolerstraße
  • Zusätzlich projektbezogene Tätigkeiten im öffentlichen Raum - so zum Beispiel im Hessenpark
  • Einzel- und Gruppengespräche im Sinne der Entwicklungsorientierung
  • Freilegung und Entwicklung persönlicher Fähigkeiten und Ressourcen
  • Themenbezogene Gruppenangebote (Ernährung, Hygiene, handwerkliche Workshops, etc.)
  • Vermittlung zu anderen Betreuungsangeboten und enge Kooperation mit StreetworkerInnen und dem Verein Substanz

Durch die niederschwellige Beschäftigung wird den TeilnehmerInnen eine Zuverdienstmöglichkeit geboten. Vorgesehen ist ein tägliches Taschengeld bzw. in weiterer Folge eine geringfügige Beschäftigung für Menschen die durch das Angebot bereits stabilisiert werden konnten. Die geringfügige Beschäftigung ist dabei als Vorstufe für den mittelfristigen Übergang in weiterführende Trainingsangebote des AMS gedacht. Insgesamt können bis zu 12 Beschäftigungsplätze pro Tag angeboten werden. Die Plätze werden jeweils am Morgen des Arbeitstages vergeben. Das Betreuungsverhältnis beträgt 1:4. Die TeilnehmerInnen können das Angebot bis zu 3 Stunden pro Tag in Anspruch nehmen. Das (Wieder)Erlernen von sozialen Soft-Skills - wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Einfinden in Strukturen - soll die soziale Integration fördern.

Derzeit läuft eine Feldanalyse bzw. eine sozialräumliche Analyse um das Angebot möglichst gut an die bestehende Zielgruppe und an vorhandene Unterstützungsangebote anpassen zu können. Dabei steht die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Linz, der Polizei sowie der Sucht- und Drogenkoordination des Landes im Vordergrund.

Drogenabhängigkeit ist eine Suchterkrankung. Es ist daher wichtig, süchtige Menschen nicht auf Kriminalität zu reduzieren. Rasche, unkomplizierte und vertrauliche Unterstützung ist der erste Schritt, um von den Drogen wegzukommen. Niederschwellige Angebote stellen für die TeilnehmerInnen keine bürokratischen Hürden dar und helfen bei der sozialen Integration.
Werner Schöny, Vorstandsvorsitzender, pro mente OÖ

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