10 Jan
2018

Guetesiegel 2017 fuer
IAB und VABB

hohe Qualitätstandards

In Wien wurden neun gemeinnützige Unternehmen mit dem Gütesiegel für Soziale Unternehmen ausgezeichnet, darunter auch drei aus Oberösterreich. Das Siegel steht für die Einhaltung hoher Qualitätsstandards bei der Integration langzeitbeschäftigungsloser Menschen ins Erwerbsleben. von Silke Ruprechtsberger, arbeit plus

Bild von den PreisträgerInnen

Es kostet Mühe, sich einem umfangreichen Qualitätsmanagementprozess zu stellen, aber es zahlt sich aus, um immer besser zu werden: Darüber waren sich die Gäste bei der achten Verleihung des Gütesiegels für Soziale Unternehmen Ende November in Wien einig.

Bei der Feier, heuer in den Räumlichkeiten der Quality Austria im ersten Wiener Gemeindebezirk, konnten sich diesmal neun gemeinnützige Soziale Unternehmen, darunter auch drei aus Oberösterreich, über diese Auszeichnung freuen.

„Unverzichtbarer Baustein der Arbeitsmarktpolitik“

„Menschen ernst zu nehmen bedeutet, ihre Probleme zu lösen. Wir müssen alles daran setzen, dass langzeitarbeitslose Menschen wieder eine für sie passende und existenzsichernde Arbeit finden. Soziale Unternehmen sind dabei ein unverzichtbarer Baustein der österreichischen Arbeitsmarktpolitik“, ist Sozialminister Alois Stöger überzeugt. Denn: „In ihrer kraftvollen Verbindung von wirtschaftlichem Handeln und sozialer Zielsetzung geben die Sozialen Unternehmen Jahr für Jahr zehntausenden Menschen, die der Arbeitsmarkt benachteiligt, die Chance auf den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben“, so Stöger weiter.

„Das Gütesiegel soll dabei mithelfen, dass unsere Beratungskundinnen und -kunden noch mehr von unserer professionellen Beratung profitieren. Unsere erste Motivation war, Qualität nach aussen hin sichtbar zu machen und auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrnehmbar zu machen, was an Qualität bei uns geleistet wird.“
Monika Einsiedler, IAB (Linz)

Foto IAB bei Preisverleihung

Danke für die qualitätsvolle Arbeit

„Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass Sie sich diesem aufwändigen Qualitätsprozess stellen“, betonte AMS-Vorstand Johannes Kopf. Denn: „Noch besser, als zu helfen, ist es, qualitätsvoll zu helfen. Und genau dafür steht das Gütesiegel für Soziale Unternehmen: für qualitätsvolle Arbeit.“

„Das von arbeit plus entwickelte und vom AMS geförderte Gütesiegel für Soziale Unternehmen steht für die Einhaltung sozialer, organisatorischer und wirtschaftlicher Qualitätsstandards in Sozialen Unternehmen, die die berufliche Integration von langzeitbeschäftigungslosen Menschen zum Ziel haben“, so Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus - Soziale Unternehmen Österreich. In ihren Begrüßungsworten bedankte sich Vollmann bei den zertifizierten Unternehmen und den Kooperationspartner*innen: „Danke, dass Sie alle schon so viele Jahre Qualitäterinnen und Qualitäter sind.“

„Die arbeitsintensive Zeit bis zur Erlangung des Gütesiegels und zur Rezertifizierung hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt. Durch den effizienten Einsatz von Zeit- und Personalressourcen konnten wir Prozessabläufe durchleuchten und Verbesserungspotentiale feststellen. Die Maßnahmen, die wir daraus abgeleitet haben, haben zur Weiterentwicklung des Vereines für Arbeit, Beratung und Bildung beigetragen. Somit konnte die Qualität der tagtäglichen Arbeit von VABB gesteigert werden.“
Thomas Zauner, VABB (Steyr)

Foto VABB bei Preisverleihung

„Commitment und Konsequenz“

„Es braucht Commitment und Konsequenz, an sich zu arbeiten und Qualität sichtbar zu machen. Genau das haben Sie bewiesen“, gratulierte Axel Dick, Prokurist der Quality Austria, den anwesenden Unternehmen zur Auszeichnung: „Das Gütesiegel wirkt nach innen als Motivationsschub und nach außen als Signal, in der Arbeit ausgezeichnete Qualität zu liefern.“ Zudem biete es den Sozialen Unternehmen die Chance, den Weg gemeinsam zu gehen und voneinander zu lernen.

Insgesamt neun Unternehmen wurden heuer zertifiziert: Arbas - Arbeitsassistenz Tirol gGmbH (Innsbruck), #sbk - Soziale Betriebe Kärnten GmbH (Klagenfurt), autArK - Soziale Dienstleistungs GmbH (Klagenfurt), SÖB - Chance B (Gleisdorf), IAB - Institut für Ausbildungs- & Beschäftigungsberatung (Linz), OSPA - Verein zur Förderung und Durchführung von Osttiroler Sozialprojekten für Arbeitssuchende (Schindel&Holz, Lienz), Stahlstiftung (Linz), VABB - Verein für Arbeit, Beratung und Bildung (Steyr), Wien Work - integrative Betriebe und AusbildungsgmbH (Wien). Zwei der heuer zertifizierten Unternehmen, nämlich #sbk und Arbas, sind „Gütesiegel-Neulinge“.

Organisationsentwicklung und  Qualitätssteigerung

Im Rahmen der Bewerbung um das arbeit plus-Gütesiegel bewerten Assessorinnen und Assessoren das jeweilige Soziale Unternehmen hinsichtlich bestimmter Qualitätsstandards. Sie untersuchen etwa, wie effektiv und effizient eingesetzte (Förder-)Mittel und Ressourcen verwendet werden. Gleichzeitig betrachten sie die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens. Die gewonnenen Erkenntnisse leiten dann in Zukunft qualitätssichernde und qualitätssteigernde Entwicklungen ein. Kurz: Sie führen zu weiteren Verbesserungen im Sozialen Unternehmen. Die Unternehmen (aktuell insgesamt 34) erhalten das Gütesiegel jeweils befristet auf drei Jahre. Danach müssen sie ihre hohe Qualität erneut unter Beweis stellen.

Trophäe aus den Dornbirner Jugendwerkstätten

Sozialminister Stöger überreichte den zertifizierten Unternehmen wieder eine Anerkennungstrophäe. Heuer stammt sie aus den Dornbirner Jugendwerkstätten, und damit ebenfalls aus einem zertifizierten Sozialen Unternehmen. Das Objekt besteht aus einem Quader aus Ahorn- und Nussholz, auf dem eine Acrylglasscheibe mit dem Gütesiegel-Logo montiert ist. Die belegten Brötchen kamen aus der Küche der „Kümmerei“, einem Sozialökonomischen Betrieb der BFI-Tochter Job-TransFair in Wien, die Blumen von LOK unverblümt.

„Ich finde es toll, dass beim Gütesiegel für Soziale Unternehmen nicht allein die betrieblichen Kennzahlen im Vordergrund stehen. Es ist vielmehr die Arbeit als Ganzes, das Team steht viel mehr im Mittelpunkt. Das macht dieses Zertifizierungssystem so attraktiv für uns.“
Sandra Donke, Stahlstiftung (Linz)

Fotos: Anna Rauchenberger

Zurück