14 Dez
2022

Jobbörse:
So geht es weiter

Umfrageergebnisse und Neukonzeption

Die Jobbörse der Sozialplattform OÖ ist das größte Jobportal für soziale, pädagogische und Gesundheitsberufe bzw. Mitarbeiter*innen in der Sozialwirtschaft in Oberösterreich, viele Bundesländer beneiden uns darum. Fast 7.000 Jobs werden jährlich veröffentlicht, zwischen 600 bis 800 Inserate sind aktuell online. Die Bandbreite reicht von Elementarpädagog*innen, Pflegefachkräften über Sozialarbeiter*innen bis zu Reinigungskräften oder IT-Verantwortlichen. Um die Jobsuche übersichtlicher und passgenauer zu gestalten, bedarf es allerdings einer Weiterentwicklung. Dazu hat die Sozialplattform im Herbst Jobsuchende und Personalverantwortliche in sozialen Unternehmen befragt. Eine Übersicht von Claudia Zinganell-Kienbacher

Bild von einer Uhr
Bild: rawpixel.com

ein bisschen Geschichte

Im Mai 2012 habe ich bei der Sozialplattform OÖ zu arbeiten begonnen. Zu meinen Aufgaben zählte auch die Jobbörse, für die die Sozialplattform schon damals bekannt war. Damals habe ich rund 5 Inserate pro Tag eingetragen, manchmal waren auch gar keine Jobangebote im Posteingang. Zum Vergleich: Das Jobbörse-Team bearbeitet derzeit durchschnittlich 30 Inserate täglich. Der Website-Relaunch im Jahr 2017 brachte neue Funktionen bei der Jobbörse, außerdem hat sich die Anzahl der Inserate beinahe verdoppelt. Dass eine große Schere zwischen gesuchten Mitarbeiter*innen und Jobsuchenden im Sozialbereich und besonders dem pädagogischen Bereich aufgeht, bemerken wir ganz evidenzbasiert seit 2019. In dem Jahr haben wir erstmals die 4.000er-Marke geknackt, Jobangebote mussten wesentlich länger und öfter geschalten werden, um sie besetzen zu können. Es war absehbar, dass wir die steigenden personellen Ressourcen nicht mehr aus eigener Kraft stemmen können. Und nachdem uns die öffentliche Hand keine Zusatzförderung gewährte, haben wir ein kostengünstiges Preismodell für das Schalten von Jobangeboten entwickelt, das nun seit 2021 gilt. Für über 200 gemeinnützige Einrichtungen (soziale Unternehmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen) haben wir 2021 über 6.800 Jobangebote veröffentlicht, für heuer bewegen wir uns in einem ähnlichen Bereich.

Seither ist uns bewusst, dass wir unsere Jobplattform an die modernen Anforderungen anpassen müssen, damit soziale Unternehmen weiterhin geeignete Mitarbeiter*innen für ihre Dienstleistungen und Menschen auf der Jobsuche ihren gewünschten Beruf finden können. Damit diese Weiterentwicklung nachhaltig ist und die beste Lösung für alle Beteiligten darstellt, haben wir diesen Herbst über eine Online-Befragung die Meinung von Personalverantwortlichen und Jobsuchenden eingeholt.

Danke an alle, die sich beteiligt haben!

Bild wo Hände Buchstaben halten, die das Wort Feedback ergeben
Bild: rawpixel.com

Ergebnisse im Überblick

113 Personalverantwortliche sowie 63 Jobsuchende haben sich an der Online-Befragung beteiligt und interessantes Feedback eingebracht. Die Zufriedenheit mit der Jobbörse war bei beiden Befragungen grundsätzlich sehr hoch. Als größtes Problem wird das Wachstum an Jobinseraten identifiziert, das das Durchforsten nach passenden Jobs unübersichtlich macht. Dabei wird vorwiegend im Bereich der Suchstruktur Verbesserungspotential gesehen. Besonders der Pflegebereich soll neu dargestellt werden und klar von der sozialen bzw. sozialpädagogischen Arbeit getrennt werden. Eine Bezirkssuche wird ebenfalls angeregt, das könnte auch die Suche bei den mobilen Diensten mit mehreren Dienstorten präzisieren. Als neue Kategorien werden der Bereich konzeptionelle Arbeit und Qualitätssicherung, Jugendarbeit bzw. Quereinsteiger*in gewünscht (Quereinsteiger ist übrigens bereits umgesetzt). Einige Fragen wurden nicht von einer klaren Mehrheit mit ja oder nein beantwortet: Beispielsweise, ob die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen (Senior*innen, Menschen mit Beeinträchtigung, Menschen in Krisen, Kinder, Jugendliche etc.) als eigene Kategorie ergänzt werden soll. Oder ob auch die Suche nach Ausbildung (Sozialpädagog*in, Fachsozialbetreuer*in, etc.) möglich werden soll. Oder ob die Arbeitszeit detaillierter aufgeschlüsselt werden soll.

Die Befragten wünschen sich außerdem ein moderneres Layout, technische und organisatorische Veränderungen für die Veröffentlichung von Inseraten (Schnittstelle, Selbsteingabe).

mehr Werbung gewünscht

Ein Teil der Personalverantwortlichen hält die Bekanntheit der Jobbörse für nicht ausreichend und wünscht sich mehr Werbung und Kooperationen. Einerseits sollen mehr Menschen mit einer sozialen Ausbildung von der Jobbörse erfahren, andererseits sollen auch die sogenannten Quereinsteiger*innen besser angesprochen werden.

Bild mit einem Infosymbol an einem öffentlichen Ort
Bild: rawpixel.com

Missverständnisse auflösen

Manche Antworten lassen darauf schließen, dass die Sozialplattform einige Missverständnisse klären muss:

  1. Wer einen Job im Sozialbereich sucht, kann nach wie vor ein kostenloses Stellengesuch auf der Jobbörse veröffentlichen. Dafür muss man nur eine Nachricht mit dem Inserattext (mit den Angaben: Berufsbezeichnung, gewünschter Dienstort, Anstellungsbeginn, Beschäftigungsausmaß, Ausbildung, kurze persönliche Angaben, Kontaktdaten Telefon oder email ohne Angabe des Klarnamens) an jobboerse@sozialplattform.at senden.
  2. Auch die Möglichkeit, kostenlos einen Praktikumsplatz anzubieten oder zu suchen, gibt es nach wie vor. Dafür gibt es allerdings eine eigene Rubrik, weil ein Praktikum keine Anstellung im klassischen Sinn ist.
  3. Grundsätzlich kann jedes Jobangebot so lange online bleiben, wie das vom Unternehmen gewünscht wird (max. 3 Monate). Dafür muss man im Inserattext oder in der Nachricht an uns, nur eine Bewerbungsfrist bzw. Veröffentlichungsdauer angeben. Das kann mit dem Team auch für alle gesendeten Inserate vorab vereinbart werden. Wenn diese Frist fehlt, veröffentlichen wir das Inserat für die Dauer eines Monats. Eine Frist ist für die Sozialplattform deshalb wichtig, damit bereits besetzte Jobs nicht mehr online sind. Das hat in der Vergangenheit zu Problemen und Missmut bei den Jobsuchenden geführt.
Bild von einem Mädchen mit Schalltrichter
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Bevor ich den weiteren Fahrplan skizziere, möchte ich noch einen kleinen Exkurs zum Bereich Kinderbetreuung machen. Manche kritisieren, dass das Arbeitsfeld Schule/Hort/Kinderbetreuung in der Jobbörse enthalten ist, weil es viel "Umfang" einnimmt und sich vom "klassischen" Sozialbereich unterscheidet. Über ein Drittel der Inserate betrifft diesen Bereich und ja, die Diskrepanz ist uns bewusst. Wir haben uns in der Sozialplattform OÖ grundsätzlich dafür entschieden, dass die Kinderbetreuung ihren Platz in der Jobbörse haben soll. Der Hintergrund dafür ist nicht, dass wir nach mehr Inseraten "geiern". Wir betrachten die soziale Dienstleistung der Kinderbetreuung als unverzichtbar für unsere Gesellschaft, als Grundlage für die Erwerbstätigkeit von Menschen, und hier besonders Frauen, die wiederum einen Großteil des Personals im Sozialbereich darstellen. Mitarbeiter*innen in Kinderbetreuungseinrichtungen sorgen dafür, dass Familien ihre Kinder nicht nur gut versorgt wissen, sondern sich junge Menschen in einem liebevollen Umfeld gut entwickeln können. Die öffentliche Kinderbetreuung ist erste Bildungsstätte für Kinder und ein wichtiger Baustein für Chancengerechtigkeit. Und deshalb ist dieser Arbeitsbereich auch für uns alle wichtig.

Bild mit einem Textmarker
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So geht es weiter!

Die Neugestaltung der Jobbörse ist ein umfangreiches Projekt, bei dem wir viele Perspektiven einnehmen, technische Bedingungen prüfen, auf Qualität, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung (finanziell wie personell) achten müssen. Ich bin gleich vorweg ehrlich und sage, dass das nicht schnell gehen wird. Bereits seit September lassen wir uns von einer Kommunikationsagentur beraten, um die gewonnenen Erkenntnisse aus der Umfrage zu strukturieren, neue Impulse zu bekommen und "Betriebsblindheit" zu vermeiden. Daraus wurde ein ungefähres Anforderungsprofil für die technische Umsetzung und Programmierung entwickelt, um realistische Angebote zu bekommen. In den ersten Gesprächen mit den technischen Expert*innen eröffneten sich wieder neue und unterschiedliche Ansätze für die Neugestaltung. Es gilt also viel neu einzuordnen, zu bedenken und zu dokumentieren. Da kann sicher jede*r mitfühlen, der*die schon einmal eine Website oder ein Onlineprodukt mitentwickelt hat.

Entscheidungen, Einbindung, Testphase

Im Jänner werden wir die Entscheidung für den technischen Anbieter treffen und dann geht es ans Eingemachte mit der Entwicklung der Suchstruktur. Unseren Vorschlag würde ich gerne interessierten Personalverantwortlichen in einem Onlinemeeting präsentieren. Für das spezielle Thema Schnittstelle muss ich mich ebenfalls vorab bei den entsprechenden Unternehmen melden. Sobald eine erste stabile Version vorhanden ist, gehen wir in eine strukturierte Testphase mit mind. 50 Personen, die wir auch honorieren werden. Die Testung mit einer sehr heterogenen Gruppe ist für uns sehr wichtig.

Mit einem Launch der neuen Jobbörse ist nicht vor Juli 2023 zu rechnen, das kann sich auch noch in der Herbst verschieben. Bis dahin steht natürlich die aktuelle Jobbörse in gewohnter Form zur Verfügung.

Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die an der Befragung teilgenommen haben. Dieses Feedback ist für uns sehr wichtig gewesen. Neben allen Kritikpunkten, die wir mitnehmen und verbessern wollen, haben dem ganzen Team die vielen positiven Rückmeldungen sehr gut getan. Natürlich wollen wir eine bessere Jobbörse für die Zukunft gestalten, aber unsere derzeitige Jobbörse ist schon einzigartig in Österreich und darauf sind wir gerne stolz.

Jobbörse Team

Isolde Müllner

Bild von Isolde

Die übermittelten Inserate werden in ihrer Hauptverantwortung bearbeitet. Isolde ist seit 2018 bei der Sozialplattform für Buchhaltung und Büro-Organisation zuständig, seit 2021 hat sie zusätzlich die Bearbeitung der Jobbörse übernommen und sich schnell eingearbeitet. Wenn ich emsige Tastaturgeräusche höre, weiß ich, dass meine Kollegin mit der Inserateingabe beschäftigt ist. Isolde veröffentlicht ca. 30 Inserate pro Tag und achtet dabei auf eine gute Verteilung von Dienstgeber*innen, Berufsfeldern und Dienstorten. Für die Neugestaltung ist ihre Expertise aus der "Backend-Perspektive" ganz wichtig.

Isolde ist erreichbar unter jobboerse@sozialplattform.at oder 0732-66 75 94-1.

Lea Gerlach

Bild Lea

Seit Sommer 2022 unterstützt die junge Studentin einmal pro Woche bei der Jobbörse. Ganz modern und selbstständig macht sie das aus ihrem Homeoffice in Wien, wo sie derzeit Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der BOKU studiert und dann wohl mal die Welt retten wird. Lea hat sich schnell in die Jobbörse eingearbeitet und hilft uns auch als Urlaubsvertretung oder zu Spitzenzeiten, was besonders an den letzten Tagen vor unserem Weihnachts-Betriebsurlaub notwendig sein wird.

Lea ist erreichbar unter jobboerse@sozialplattform.at.

Claudia Zinganell-Kienbacher

Bild Claudia Zinganell

Ich bin für Fragen zu Verträgen, speziellen Vereinbarungen, Feedback und die Weiterentwicklung der Jobbörse verantwortlich. Inserate gebe ich nur mehr gelegentlich ein und bemerke, dass ich mich bemühen muss, um "speedmäßig" mit meinen Kolleginnen mithalten zu können.

Für Fragen stehe ich unter zinganell@sozialplattform.at unter 0732-66 75 94-2 zur Verfügung.

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