08 Nov
2016

Mehr als eine
Zeitung

20 Jahre Kupfermuckn

»Kupfermuckn« bezeichnet in der Sprache der Vagabunden einen verborgenen Schlafplatz. Gemeinsam suchten die Gründer 1996 einen Namen für die Linzer Straßenzeitung, fanden ihn und dabei ist es geblieben. Begonnen hat es mit einer Schreibwerkstatt in der Wärmestube des Vereines Arge für Obdachlose im Jahr 1994 mit den Schriftstellern Kurt Mitterndorfer und Richard Wall. Die Texte wurden bei Lesungen präsentiert und fanden viel Beifall. In Wien gab es seit 1995 die Straßenzeitung Augustin. Im Oktober 1996 erschien dann die erste Linzer Straßenzeitung mit einer Auflage von 3.000 Stück. Das große öffentliche Echo ließ daraus ein eigenes Beschäftigungsprojekt mit einer monatlichen Auflage von 40.000 Exemplaren im Jahr 2016 entstehen.

Die erste Zeitung wurde noch gratis verteilt, aber dann wurde das Prinzip Halbe/Halbe beim Verkauf eingeführt. Denn die Hälfte des Verkaufspreises (früher 20 Schilling) von nun zwei Euro verbleibt den Verkäufern. Im Jahr 2000 wurden die Ausgabestellen in den Wärmestuben der Vereine »Soziales Wohnservice Wels« und »Verein Wohnen Steyr« eröffnet (Foto unten in Wels). Beim zehnjährigen Jubiläum wurden jeden Monat bereits 15.000 Zeitungen von Wohnungslosen und Menschen, die an der Armutsgrenze leben, auf der Straße verkauft.

»Mir hat besonders gut gefallen, einmal zur Abwechslung das Gefühl zu haben, informiert zu werden«, schrieb Frau Karin Hinterberger in einem Leserbrief im Jahr 1998.«

Veranstaltungstipp:

20 Jahre Kupfermuckn Jubliäumsfest
10.11.2016, 19.00 Uhr
Linz, Kunstuniversität, Hauptplatz 8
Eintritt frei!
www.arge-obdachlose.at

So entwickelte sich die Kupfermuckn

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