08 Sep
2022

Reden wir
drüber!

Podcasts aus OÖ zu Sozialthemen

Eine Frau im Rollstuhl, deren Gesicht man nicht sieht, hört über das Handy etwas an.
Bild: rawpixel.com

Wir hören sie beim Weg in die Arbeit, bei der Hausarbeit, zum Einschlafen oder mit vollem Fokus: Podcasts. Das englische Kofferwort „podcast“ setzt sich zusammen aus „pod“ („Kapsel“, „Hülse“) in der Bezeichnung für den tragbaren Audioplayer iPod, auf dem das Medium im Jahre 2005 zum ersten Mal große Popularität erfuhr, sowie der Bezeichnung Broadcast („Sendung“).

Es gleicht einem Comeback des Zuhörens, wir beschäftigen uns intensiv mit den unterschiedlichsten Themen. Neben den beliebten True-Crime-Sendungen, Comedy-Formaten, Promi-Talks und Lifestyle-Tipps sind auch Podcasts zu Wissensvermittlung und Gesellschaftsthemen beliebt. Immer mehr Sendungen beschäftigen sich auch mit sozialen Themen. In Oberösterreich gibt es soziale Einrichtungen, die ihr eigenes Podcast-Format entwickelt haben.

Im folgenden Beitrag stellen wir die 3 OÖ-Podcasts detailliert vor, dazu haben wir Ulrike Würzburger (B7 Arbeit und Leben), Nina Fuchs (pro mente OÖ) und Martina Hofmair (zusammenhelfen) befragt. Am Ende folgen Tipps für weitere Podcasts zu sozialen Themen.

Viel Spaß beim Lesen (und Zuhören)!

B7 Arbeit und Leben - Mutmacher

Ulrike Würzburger: Mit dem Podcast möchten wir Menschen erreichen, die arbeitsuchend oder anderweitig in schwierigen Lebenssituationen sind. Der Podcast soll ihnen Wissen, Erfahrungen sowie Methoden und Übungen zur Verfügung stellen, damit sie wieder Mut, Zuversicht und Vertrauen fassen. Dabei greifen wir die Themen auf, um die es auch in unseren Beratungen immer wieder geht. Wir lassen uns dabei auch von Menschen inspirieren, die diesen Weg bereits gegangen sind und als unsere Interview- und Studiogäste von ihren Erfahrungen berichten. Die Inhalte reichen von Tipps für die Lebenslaufgestaltung bis hin zu Fragen, was Coaching ist sowie ganz konkreten Tipps und Tools, wie wir gut auf uns selbst schauen können.

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B7 Arbeit und Leben steht in Oberösterreich für rasche und unbürokratische Hilfe für Menschen, die sich in schwierigen Situationen des Arbeits- oder Familienlebens befinden.

Warum macht ihr den Podcast, wie seid ihr auf die Idee gekommen, wie habt ihr euch vorbereitet?
Ulrike Würzburger: Ich selbst bin eine leidenschaftliche Podcast-Hörerin. Im ersten Lockdown wurde mir klar, wir brauchen rasch etwas, um die Menschen in der Isolation zu erreichen. Mein Umfeld erkannte die große Herausforderung, doch ein Team war dann rasch zusammengestellt. Die Mitarbeiter*innen sind da sicher über ihre Grenzen hinaus gegangen, haben kurzerhand Neues gelernt und hervorragend umgesetzt. Wir haben ein Infotainment-Team gegründet und trafen uns zu Beginn wöchentlich online. Die ersten Podcasts haben wir vor der Ausstrahlung an den Fördergeber geschickt und nach Freigabe veröffentlicht. Jeder Podcast geht durch mehrere Ohren, ehe er auf die Onlineplattformen gestellt wird.

Welches Team steht hinter dem Podcast?
Ulrike Würzburger: Gestartet sind wir mit dem Team Angelika Aichinger, Sylvia Pölz, Thomas Schmäl und mir. Im ersten Jahr war der Podcast ein Teil vom Fachbereich B.A.M. (= Beratung für Arbeit suchende Menschen). Seit Juli 2022 ist er in der Öffentlichkeitsarbeit angesiedelt. Das Team besteht nun aus Angelika Aichinger, Sigrid Kraberger, Martin Weinberger und mir.

Teamfoto vom Podcast-Team
v.l.n.r.: Sylvia Pölz, Thomas Schmäl, Ulrike Würzburger, Martin Weinberger, Angelika Aichinger. Thomas Schmäl übergibt das Mikro an das neue B7 Arbeit und Leben Podcast-Team. Nicht im Bild: Sigrid Kraberger

Wie läuft die Arbeit am Podcast und den Episoden ab?
Ulrike Würzburger: Zur Themenfindung sind alle Mitarbeiter:innen bei B7 eingeladen, Vorschläge zu bringen. Dadurch erhalten wir ein breites Feld an Themen, die sich zum Beispiel aus unseren Beratungsangeboten ergeben. Gemeinsam im Team überlegen wir anschließend, wie wir die spannendsten Inputs am besten für unsere Hörer:innen aufbereiten.
Die Aufnahmen selbst erfolgen anschließend in Präsenz oder per Zoom – hier passen wir uns den aktuellen Umständen flexibel an. Nach der Aufnahme erfolgen noch der Schnitt und das Gegenhören – vier Ohren hören mehr als Zwei.
Allgemein ist der B7 Arbeit und Leben Podcast in Einzelfolgen mit interessanten Daten und Fakten, Interviews mit Expert:innen und Filterkaffees gegliedert. Im Filterkaffee lernen unsere Hörer:innen die Expert:innen der Interviewfolgen näher kennen.

Für wen ist der Podcast besonders interessant?
Ulrike Würzburger: Ganz generell sprechen wir Menschen an, die Fragen oder Sorgen zum Thema Arbeit haben. Besonders interessant ist der B7 Arbeit und Leben Podcast für Arbeitssuchende und für alle, die Tipps und Tricks rund um das Thema Bewerbung oder Arbeitssuche brauchen. Darüber hinaus ermutigt er auch Menschen in der schwierigen Phase der Umorientierung und ist hilfreich für jene, die vor einer Kündigung stehen oder sich noch innerhalb der Kündigungsfrist neu aufstellen möchten.

Was ist für die Zukunft geplant?
Ulrike Würzburger: In der Reihe „Wir sind B7“ wird es Folgen geben, die sowohl Personen oder Angebote unseres Vereins vorstellen als auch spannende Inputs für die berufliche (Um-)Orientierung. Für die Zukunft planen wir jedenfalls, unseren Podcast österreichweit sichtbarer zu machen. Wir bieten Betroffenen sowie Interessierten fundierte Informationen rund um die Themen Arbeit und Bewerbung. Als B7 Arbeit und Leben Podcast möchten wir federführend als kompetente und professionelle Partner zur Seite stehen, wenn es im Arbeitsleben nicht rund läuft.

pro mente OÖ #suchtsucht

Was ist Sucht? Welche Faktoren begünstigen diese Erkrankung? Und wie kann man Abhängigkeitsspiralen durchbrechen? Unter dem Titel #SUCHTsucht begibt sich der Podcast von pro mente OÖ auf die Suche nach Antworten auf wesentliche Fragen in der Suchtarbeit. Behandelt wird eine große Bandbreite an Themen, die Sucht aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Der Podcast #SUCHTsucht gibt Einblicke in die Arbeit mit Abhängigkeitserkrankten, präsentiert aktuelle Erkenntnisse aus der Suchtforschung, entkräftet gängige Vorurteile und wirkt der Stigmatisierung von suchtkranken Menschen entgegen.

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pro mente OÖ betreut Menschen mit psychischen und sozialen Problemen in ganz Oberösterreich, an rund 180 Standorten, mit circa 1.500 Mitarbeiter*innen und über 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen.

Warum macht ihr den Podcast, wie seid ihr auf die Idee gekommen, wie habt ihr euch vorbereitet?
Nina Fuchs: Wir sehen es als unseren Auftrag, die Stigmatisierung von suchtkranken Menschen zu beseitigen. Ein Mittel dagegen ist, das Thema Sucht sichtbar, verstehbar und emotional spürbar zu machen. Dies auf allen möglichen Ebenen und unter Nutzung unterschiedlichster Kanäle. Das Podcast-Format finden wir dazu besonders geeignet, da es zeit- und ortsunabhängig verfügbar ist. Die Podcast-Reihe schließt an die YouTube-Reise #SUCHTsucht an und geht dabei auch Hand in Hand mit unserer Edition „#SUCHTsucht – Das Buch“, welches im Sommer 2022 erschienen ist. pro mente OÖ ist seit über 50 Jahren in der Suchthilfe tätig – der Podcast #SUCHTsucht baut demnach auf einer langjährigen Expertise in diesem Bereich auf.

Welches Team steht hinter dem Podcast?
Nina Fuchs: Das Team des Podcasts von pro mente OÖ besteht aus Thomas Labacher, Leiter Geschäftsfeld Sucht pro mente OÖ (Idee & fachliche Expertise) und Philipp Jachs, Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit pro mente OÖ (Schnitt & Technik) sowie Nina Fuchs, Mitarbeiterin Abteilung Öffentlichkeitsarbeit pro mente OÖ (Moderation & Interview)

Bild von Jachs, Fuchs und Labacher
v.l.n.r.: Philipp Jachs, Nina Fuchs, Thomas Labacher. Foto: pro mente OÖ

Wie läuft die Arbeit am Podcast und den Episoden ab?
Nina Fuchs: Jede Podcast-Folge ist einem bestimmten Thema gewidmet, das Thomas Labacher, der Leiter des Geschäftsfelds Sucht von pro mente OÖ, im Vorfeld definiert hat. Die Themenauswahl greift Vorschläge von KlientInnen und MitarbeiterInnen der Suchthilfe von pro mente OÖ auf. Sie fußt auf wesentlichen Tätigkeitsbereichen der Suchtarbeit und aktuellen Entwicklungen der Suchtforschung. In enger Zusammenarbeit mit Thomas Labacher und verschiedenen Sucht-ExpertInnen von pro mente OÖ konzipziert Nina Fuchs im Vorfeld ein Skript für die jeweilige Podcast-Folge. Das Herzstück des Podcasts bilden Interviews mit MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Suchthilfe-Einrichtungen von pro mente OÖ. Die Aufnahmen für die einzelnen Folgen finden in einem professionellen Tonstudio in Stroheim statt.

Für wen ist der Podcast besonders interessant?
Nina Fuchs: Der Podcast von pro mente OÖ legt den Fokus auf die Entstigmatisierung von Suchterkrankungen und richtet sich daher an eine breite Zielgruppe. Das Format ist für all jene interessant, die sich aus unterschiedlichen Gründen mit dem facettenreichen Thema Sucht auseinandersetzen wollen.

Was ist für die Zukunft geplant?
Nina Fuchs: Geplant ist die Fortsetzung der Podcast-Reihe #SUCHTsucht – die Liste der Themen ist lang. Für die Zukunft werden wir dem Thema Sucht weiterhin durch verschiedene Aktionen, Pressekonferenzen und natürlich auch über diverse Kommunikationskanäle Sichtbarkeit verleihen – ganz im Sinne unseres Mottos „Miteinander für psychische Gesundheit“.

zusammenhelfen-Podcast

Wir machen interessante Interviews und stellen spannende Fragen zum Thema, Flucht, Migration, Asyl und Integration. Wir hatten zB. den Bestsellerautor Elyas Jamalzadeh zu Gast oder auch Doro Blancke, Flüchtlingshelferin auf Lesbos.
Jeden zweiten Mittwoch gibt es eine neue Folge, man kann unseren Podcast natürlich auch auf Spotify abonnieren. Wir freuen uns über Anfragen von Organisationen für Interviews unter info@zusammen-helfen.at.

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zusammenhelfen in OÖ ist ein Projekt vom Verein dieziwi. – Die Zivilgesellschaft wirkt. und unterstützt Menschen in ihrem freiwilligen Engagement für geflüchtete, vertriebene und migrierte Menschen.

Warum macht ihr den Podcast, wie seid ihr auf die Idee gekommen, wie habt ihr euch vorbereitet?
Martina Hofmair: Grund für den Podcast war die Ukraine-Krise. Wir haben in Videokonferenzen regelmäßig Ukraine-Updates gemacht und die Freiwilligen mit Informationen für die Ukrainer*innen versorgt. Da nicht jeder immer zu dem Termin Zeit hatte, haben wir uns überlegt, wie wir diese Info auch anders bereitstellen können. Da ist es zur Kooperation mit dem Freien Radio Freistadt gekommen. In den ersten Podcasts haben wir aktuelle Ukraine-Infos gebracht, nun machen wir alle 2 Wochen regelmäßig Beiträge aus unserem Themenspektrum von der Arbeit mit Freiwilligen aus den Bereichen Flucht, Asyl, Integration und Migration. Meine Podcast-Kolleg*innen haben beim Freien Radio Freistadt ein paar Workshops gemacht, dort werden wir sehr gut betreut. Der Rest ist Learning by doing.

Welches Team steht hinter dem Podcast?
Martina Hofmair: Redaktion und Technik übernehmen Andrea Mayrwöger und Petra Hotz. Ich kümmere mich um den Upload, Grafiken und die Bewerbung.

Bild von einem Podcastinterview
Andrea Mayrwöger im Gespräch mit einem Gast. Foto: Martina Hofmair

Wie läuft die Arbeit am Podcast und den Episoden ab?
Martina Hofmair: Wir haben eine grobe Jahresplanung, die sich aber auch immer wieder ändern kann, wenn etwas Interessantes dazwischen kommt. Wir starten mit dem Interview, das bei uns im Büro, aber auch online stattfinden kann. Dann kommt der Schnitt, wo das eine oder andere Störgeräusch entfernt und unser Jingle hinzugefügt wird. Ist der Podcast fertig, lade ich ihn hoch ins CBA-Archiv, wo er von Freies Radio Freistadt für die Sendung übernommen wird und noch Musik ergänzt, damit die Sendung eine halbe Stunde dauert. Ich muss hier auch den Beschreibungstext der Sendung und die Grafik hinzufügen, dann steht der Podcast nach dem Hochladen auch auf den vielen Podcastplattformen zu Verfügung. Und dann geht’s an die Bewerbung

Für wen ist der Podcast besonders interessant?
Martina Hofmair: Für alle Freiwilligen, Personen die mit Freiwilligen arbeiten bzw. für Freiwilligenorganisationen tätig sind und Menschen die sich für die Themen Flucht, Asyl, Integration und Migration interessieren.

Was ist für die Zukunft geplant?
Martina Hofmair: Wir wollen mehr interessante Menschen und Projekte interviewen, darum hier der Aufruf: Wenn du Lust hast dein Projekt vorzustellen wir freuen uns über jede Anfrage an info@zusammenhelfen.at

Was es noch zu hören gibt

dabei austria

Logo dabei austria Podcast

Der Podcast „dabei sein im Arbeitsleben- Chancen für alle“ zeigt, wie ein inklusiver Arbeitsmarkt funktionieren kann. In den Podcast-Episoden wird hinter die Kulissen der dabei-austria Mitgliedsorganisationen in ganz Österreich geblickt und es kommen ausgrenzungsgefährdete Jugendliche zu Wort sowie jene, die sie auf ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleiten.

Im Sinne der Barrierefreiheit gibt es die Podcast Episoden auch zum Nachlesen.
Wenn jemand Interesse hat, sein Projekt vorzustellen, freut sich dabei-austria über Kontaktaufnahme unter i.egger@dabei-austria.at

Volkshilfe #TrotzDemenz

Logo Volkshilfe Podcast
Bild: Volkshilfe

TROTZDEMENZ ist eine Podcast-Reihe der Volkshilfe, in Kooperation mit Verein Promenz. Es kommen Menschen zu Wort, um über ihre Erfahrungen und ihr Leben mit Demenz zu sprechen. „Man darf der Krankheit nicht zu viel Raum geben“, sagt Andreas, der vor einigen Jahren die Diagnose Lewy-Body-Demenz erhalten hat. Er spricht mit seiner Schwester Veronika darüber, wie wichtig Rituale im Alltag geworden sind. Eines davon ist ihr wöchentliches Ping Pong-Spiel. Tischtennis fördert nicht nur Motorik und Konzentrationsvermögen, es macht vor allem auch großen Spaß und hat das Geschwisterpaar näher zusammengebracht.

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