27 Nov
2018

SWÖ-KV-Verhandlungen haben begonnen

Am 26. November startete die diesjährige Lohn-und Gehaltsrunde

Die Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich und den Gewerkschaften GPA-djp und vida haben gestern Nachmittag mit der wechselseitigen Forderungsübergabe begonnen.

Die Sozialwirtschaft Österreich informierte in einer Aussendung am 27. November folgendermaßen:

"Die Gewerkschaften GPA-djp und vida haben dabei unter anderem gefordert:
Eine Lohn- und Gehaltserhöhung um 6 %, mindestens um 150 €

  • Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen um 100 € und des TMA-Entgeltes um 6%
  • 35 Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich, dabei keine Reduktion der vereinbarten Arbeitszeit für Teilzeitbeschäftigte
  • Die 6.Urlaubswoche für alle ab Eintritt in das Dienstverhältnis
  • Die Anhebung der Obergrenze für die Vordienstzeiten auf 20 Jahre, gleichzeitig die Streichung der Obergrenze bei der Anrechnung nicht-facheinschlägiger Vordienstzeiten (derzeit acht Jahre)
  • Einführung einer Praktikumsentschädigung (für Ausbildungspraktika) von 900 €
  • Einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit mit Kündigungsschutz
  • Die Regelungen für geteilte Dienste sollen schon ab einer Dienstunterbrechung von 30 Minuten gelten, der Geltungsbereich für die Regelungen zum geteilten Dienst soll ausgeweitet werden
  • Ein Zuschlag für Dienstplanänderungen soll eingeführt werden
  • Die Vorbereitungszeit in Kinderbetreuungseinrichtungen soll auf 6 Stunden erhöht werden
  • Eine Vor- und Nachbereitungszeit für Tagesmütter/-väter soll im KV verankert werden
  • Die Gehaltssteigerungen bei Tagesmüttern/-väter soll auf Biennien umgestellt werden

Die Erfüllung all dieser Forderungen wäre wohl für alle Betriebe mit Mehrkosten deutlich jenseits der 20 % verbunden. Schon in den vergangenen Jahren haben die Gewerkschaften ähnliche Forderungspakete-mit zum Teil gleichen Forderungen-auf den Tisch gelegt, nach längerer Zeit wurde diesmal aber auch wieder zu Beginn ein Prozentsatz für die Lohn- und Gehaltsforderung gefordert. Dieser liegt über den Prozentsätzen, der in anderen Branchen genannt wurde.

Dass wir diese Forderungen so nicht erfüllen werden und können ist klar, welche Punkte dann tatsächlich in welchem Umfang umgesetzt werden, werden die Verhandlungen, die ab 16. Jänner in ihre entscheidende Phase treten, zeigen. Bei der Forderungsübergabe ist nämlich traditionell vereinbart, dass zu den vorgelegten Paketen zwar Verständnisfragen gestellt werden aber noch keine inhaltliche Diskussion stattfindet.

Wir haben als Arbeitgeber die Abgeltung der Inflationsrate, die einvernehmlich mit 2,02 % als Verhandlungsgrundlage festgelegt wurde, außer Streit gestellt und eine darüber hinaus gehende Reallohnerhöhung unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und eventueller rahmenrechtlicher Vereinbarungen in Aussicht gestellt.

Als Arbeitgeber wollen wir eine Erweiterung der Spielräume bei der Gestaltung der Arbeitszeit erreichen, etwa durch die Möglichkeit der Jahresdurchrechnung für Teilzeitbeschäftigte mit Betriebsvereinbarung, die Ausweitung der Durchrechnungsmöglichkeiten ohne Betriebsvereinbarung, die Mitnahmemöglichkeit von Zeitschulden und die Verkürzung der 11- Wochen-Regel bei Kinderbetreuungseinrichtungen (für den Jahresdurchrechnungszeitraum) sowie überhaupt eine Regelung für die Jahresdurchrechnung für Bereiche mit Schließzeiten.

Weitere Arbeitgeberanliegen betreffen Präzisierungen bei der Sonderzahlungsregelung und den Fachkräften in der offenen Jugendarbeit, die Schließung von Rechtslücken, wie beim Teilzeitzuschlag bei sechsmonatigem Durchrechnungszeitraum, die Reduktion des Zuschlages für Zeitguthaben bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den/die Dienstnehmer/in von 50 auf 25 % sowie eine Regelung für Ferialarbeitnehmer/innen (Schüler/innen, die während der Ferien in einem Sozialbetrieb mitarbeiten).

Bei den Bestimmungen der Paragrafen 22c (Ferienaktionen) und 24 (Volle Erziehung) haben beide Seiten für heuer eine Evaluierung vereinbart und diesbezügliche Vorschläge in die Verhandlungen eingebracht."
(Aussendung Sozialwirtschaft Österreich)

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