17 Okt
2019

UN-Tag gegen
Armut und Ausgrenzung

Sozialstaats-Jenga am 17.10.

Auf dem Foto sieht man einen Schachtelturm mit Beschriftungen und die Menschen der Plattform Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung
Mit dem „Sozialstaats-Jenga“ zeigte das Armutsnetzwerk OÖ gemeinsam mit der Plattform "Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung" am UN-Aktionstag gegen Armut auf, wie wichtig die Bausteine des Sozialstaats sind.

UN-Tag gegen Armut: Starke Sozialstaaten reduzieren Abstiegsgefahr und schützen die Mitte vor Armut

Auf die wichtigen Bausteine sozialer Sicherheit macht das Armutsnetzwerk OÖ am UN-Tag gegen Armut angesichts unleistbarem Wohnen, prekärer Arbeit, Kürzungen bei Kindern und Mindestsicherung, chronischen Erkrankungen und den öffentlichen Diffamierungen Betroffener aufmerksam. Mit einer gemeinsamen Aktion am Martin Luther Platz, wird gezeigt, wie wichtig sozialstaatliche Sicherung für uns alle ist, aber auch was es heißt, wenn sie eingerissen und kaputt gemacht wird.

Aktionen zum UN-Tag finden in mehreren Bezirken in Oberösterreich und Österreich statt.

Wir machen uns stark für ein gutes soziales Netz, das uns stützt und schützt. „Die Mitte ist dort weniger gefährdet, wo es ein starkes Netz sozialer Sicherheit gibt“, betont das Armutsnetzwerk OÖ, ein oö. Netzwerk vieler sozialer Organisationen und Armutsbetroffener.

Regierungsverhandlungen: Sozialen Zusammenhalt und Schutz vor Armut als Ziele formulieren!

Soziale Fragen kommen kaum vor. „Wir kommen überhaupt nicht vor“, kommentieren Mindestpensionist*innen, Alleinerziehende, Erwerbsarbeitslose, Prekarisierte, Vertreter*innen psychisch Erkrankter oder Selbsthilfegruppen von Mindestsicherungsbezieher*innen die derzeitigen Ansagen zu den Regierungsverhandlungen. „Wenn sozialer Zusammenhalt, Schutz vor Armut oder Aufstiegschancen für alle nicht als Ziele formuliert werden, wird das grimmig. Steuersenkung plus Standortnationalismus heißt Kürzungsprogramme.“ Gerade wenn die Konjunktur einbricht, sind kluge Investitionen und soziale Sicherheit wichtig. Austeritätspolitik verschärft die Krise und erhöht die Schere zwischen Arm und Reich. Besonders belastet sie die unteren Einkommen und das Abstiegsrisiko der Mitte.

Länder mit starkem Sozialstaat sind wettbewerbsfähig, produktiv und präventiv gegen Absturz Die aktuellen Daten zeigen uns: Länder mit starkem Sozialstaat sind wettbewerbsfähig, weisen hohe Arbeitsproduktivität und ein hohes Bruttoinlandsprodukt auf. Monetäre Transfers beispielsweise tragen entscheidend zum sozialen Ausgleich bei und wirken  armutspräventiv. Sie reduzieren die Armutsgefährdung von 44% auf 14%. Am stärksten wirken da Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Mindestsicherung sowie Wohnbeihilfe und Bildungsausgaben. Ein starkes soziales Netz reduziert die Abstiegsgefahr und schützt die Mitte vor Armut.

„Mit Abschaffung der Mindestsicherung, Beschneidung der Notstandshilfe oder Streichung von Integrationshilfen wird die Situation verschlechtert. Das erhöht soziale Unsicherheit und vergrößert die Schere zwischen Arm und Reich in Österreich“, betont das Armutsnetzwerk OÖ. „Ziel muss es doch sein, Existenz und Chancen zu sichern, nicht Leute weiter in den Abgrund zu treiben.“ Vorhaben auf Kosten von älteren Arbeitslosen, Integration, Bildung und Kindern belasten das unteren Einkommensdrittel überproportional und verbauen eine gute Zukunft.

Bilder: Sozialplattform OÖ und Heinz Zauner

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