02 Dez
2020

Wohnbeihilfe:
Erhöhung überfällig

Wohnungslosenhilfe OÖ reagiert auf LH-Stv. Haimbuchner

Die Wohnungslosenhilfe OÖ nimmt Bezug auf die gestrige Pressekonferenz von Landeshauptmann-Stv. Haimbuchner zu Erhöhung und Umverteilung der Wohnbeihilfe.

Wir meinen dazu:

  • Die Erhöhung der Einkommensgrenzen ab 2021 sind grundsätzlich positiv,
  • sie ist allerdings längst überfällig, weil die Mieten seit dem Jahr 2010 um 30 % gestiegen sind und gleichzeitig das Land OÖ die Auszahlungen der Wohnbeihilfe in OÖ von 85 Mio. Euro im Jahr 2010 auf 52 Mio. Euro im Jahr 2019 reduziert hat, das ist ein Minus von 39 %.
  • Es ist unverständlich, dass diese Erhöhung nur für Mehrpersonenhaushalte gelten soll.

Wir fordern,

  • die Einkommensgrenzen für die Wohnbeihilfe auch für Einpersonenhaushalte zu erhöhen und
  • die Wohnbeihilfe für alle zugänglich zu machen, die Schwierigkeiten haben, sich das Wohnen in OÖ leisten zu können. Eine Eingrenzung auf bestimmte Personengruppen lehnen wir ab.

Ergänzend dazu weisen wir darauf hin, dass die Auswirkungen der Corona-Krise mit Massenarbeitslosigkeit und sinkenden Einkommen zu einem deutlichen Anstieg bei Mietrückständen und in Folge zu einer massiven Steigerung bei der Zahl an Räumungsklagen und Delogierungen führen werden. Daher ist es jetzt wichtig rasch gegenzusteuern. Mit den nun angekündigten Änderungen bei der Wohnbeihilfe wird das nicht gelingen – Oberösterreich droht 2021 eine starke Zunahme von Armut und Wohnungslosigkeit.

Zur Abwehr dieser Gefahren soll das Land OÖ

  • im Rahmen eines Covid-19-Mieter*innen Fonds mindestens 3 Mio. Euro Soforthilfe bis Ende 2021 zur Verfügung stellen, um drohende Delogierungen abzuwenden und Wohnungen langfristig zu sichern.
  • den Zugang zur Wohnbeihilfe zu beschleunigen und den Zugang zur Sozialhilfe zu reformieren mit dem Ziel, den Betroffenen rasche (!) finanzielle Unterstützung zu leisten.
  • für obdach- und wohnungslose Menschen unmittelbaren Zugang zu 500 leistbaren, dauerhaften und inklusiven Wohnungen aus dem Bestand schaffen;
  • mittels eines Sonderwohnbauprogrammes in den Bau von zusätzlichen 2.500 leistbaren, dauerhaften und inklusiven Wohnungen bis 2025 investieren.

Die Einrichtungen der OÖ Wohnungslosenhilfe:
ARGE für Obdachlose, Caritas für Menschen in Not, Evangelische Stadt-Diakonie Linz, Soziales Wohnservice Wels, Sozialverein B37, Verein Wohnen Steyr, Verein Wohnplattform, Wohnungslosenhilfe Mosaik

Zurück