10 Sep
2020

Wohnbeihilfe OÖ
Sparen bei den Ärmsten

Verschärfung der Wohnungskrise durch COVID-19

Auf dem Bild sieht man, wie eine Frau am Boden sitzt und Rechnungen sortiert. Wohnen ist für viele Menschen ohne Wohnbeilhilfe zu teuer
Bild: rawpixel.com

Die Zahl der Wohnbeihilfen-Beziehenden und die ausbezahlte Wohnbeihilfe sind in den letzten 10 Jahren massiv gesunken. Wurden 2010 noch 85 Millionen Euro an Wohnbeihilfe ausbezahlt, so waren es 2019 nur noch 52 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum sind die Mieten um über 30 Prozent gestiegen – deutlich höher als die die Lohneinkommen. Betroffen von den Kürzungen sind nicht nur Drittstaatenangehörige, wie LH-Stv. Manfed Haimbuchner aktuell in einer Aussendung behauptet sondern auch Alleinerziehende oder Studierende. Bei der Reform der Wohnbeihilfe (seit 1.1.2018 in Kraft) musste außerdem legistisch nachgebessert werden, die erste Fassung war diskriminierend und schloss seit langem in Österreich lebende Menschen vom Bezug aus, wie das Linzer Landesgericht in mehreren Verfahren sowie die Volksanwaltschaft feststellten.

Die OÖ Wohnungslosenhilfe bezeichnet diese Politik als „Sparen bei den Ärmsten“. Sie wirkt armutsverfestigend und desintegrierend.

Auf dem Bild sieht man Wohnungsschlüssel. Durch die Wohnbeihilfe wird Wohnraum leistbarer
Bild: rawpixel.com

wohnbeihilfe wichtiges instrument

Die Auswirkungen dieses Einsparungskurses auf Kosten von armutsbetroffenen oder -gefährdeten Menschen spürt die Wohnungslosenhilfe OÖ direkt in ihren Einrichtungen. Die Klient*innenzahl steigt stetig, weil sich immer mehr Menschen ihre Wohnung nicht mehr leisten können. Die Gewährung der Wohnbeihilfe war in der Vergangenheit ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Wohnung. Ein Teil der Klient*innen erhält diese Unterstützung nun nicht mehr! Die Mietpreissteigerungen, die in den letzten Jahren deutlich über der Inflationsrate lagen, und über die auch in den Medien laufend berichtet wird, verschärft die Wohnungskrise noch.

Hinzu kommt der für Drittstaatenangehörige und Asylberechtigte massiv erschwerte Zugang zu geförderten und damit leistbaren Wohnungen. Viele dieser Menschen sind auf den privaten Wohnungsmarkt mit deutlich höheren Mietpreisen angewiesen.

Die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der COVID-19-Pandemie wird das Problem von leistbarem Wohnraum weiter verstärken.

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